HANS-GEORG KAISER
REIMGEDICHTE
E
- Echo
- Echo der Loreley
- Eichhörnchenkultur
- Eifersucht
- Eifersucht und Hass
- Ein geheimes Geheimnis
- Einen guten Rutsch ins neue Jahr!
- Ein Maßstab für die Liebe
- Einsam bin ich nicht
- Einsicht
- Eisiger Traum
- Else im Wunderland
- Ende heisst fangt endlich an
- Endlich vergessen
- Endpunkte
- Erich Mühsam
- 1. Mai
- Er und du
- Es bleibt ein Kind zurück
- Es brennt der Wald
- Eskimoliebe
- Es war einst ein Gedankengang
- Es waren einst zwei Träume
- Ewig Beleidigte
- Ewiger Fieden
Echo
Es werden Helden oft verraten,
die träumten einst von Heldentaten.
Man denkt dabei an Rinderwahn.
Soldaten setzt man ein nach Plan.
Es hat ein Held sich in Gewalt
beim Schreiten durch den grünen Wald.
Doch, wenn die Bomben erst mal fliegen,
dann bleiben oft auch Helden liegen.
Wenn jemand fällt, dann schreit das Land.
Der wahre Feind bleibt unbenannt.
Wohin ein Held der Welt auch blickt,
die Wahrheit wird stets weggeklickt.
Echo der Loreley
Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,dass ich am Grübeln bin.
Der Schieferfels bei Sankt Goarshausen,
der geht mir nicht aus dem Sinn.
Von Strudeltücken und Ängsten
soll hier die Rede sein.
Am tiefsten und auch am engsten
war dort der wilde Rhein.
Es gab bis zum letzten Jahrhundert
ein Echo dort rein und klar,
ob jenes - so sehr bewundert -
das Lore Ley- Locken war?
Der Echohall, den man hörte,
war siebenfach gestreut,
es gab dort nichts, was ihn störte,
kein Auto aus unsrer Zeit.
Die Schiffer in kleinen Schiffen,
ergriff es mit jähem Weh;
Sie schauten nicht Felsenriffe,
sie folgten dem Ruf in der Höh'.
So mussten die Wellen verschlingen
die Schiffer samt ihrem Kahn;
und das hat das mit seinem Singen
ein Echoraunen getan?
PS: Das Echo auf dem 132 Meter hohen Felsen,dass bis zum letzen Jahrhundert noch gut zu hören war, verlor sich mit dem Bau des zweiten Eisenbahntunnels und der Verbreiterung einer Straße. Im Mittelhochdeutschen heißt „loren, lürren“, heulen und schreien.
Der Name „Loreley“ setzt sich aus dem altdeutschen Wort „lorlen“ rauschen, murmeln zusammen und „Ley“, welches umgangssprachlich Schiefer-Fels oder Stein bedeutete.
Der Name entstand aus einem Phänomen - dem starken siebenfachen Echo, das heute wegen des Verkehrslärms nicht mehr zu hören ist. Bis zum 19. Jahrhundert existierten am Loreley ein kleiner Wasserfall und starke Strömungen, und durch das zurückgeworfene Echo erschien es so, als ob das Rauschen von den Felsen herstamme. Schon früh suchte man Erklärungen dafür und machte zunächst in Höhlen des Felsens hausende Zwerge dafür verantwortlich. (laut Wikipedia)
Eichhörnchenkultur
Es fiel dem Eichhornjungen ein,was ist Kultur, was soll das sein?
Ist die Kultur nur zum Vergnügen?
Kann ich mich ohne sie begnügen?
Das sagt die Mama zu dem Kind:
"Schlag die Kultur nicht in den Wind.
Kultur muss jeder von uns haben,
sonst könnten wir uns gleich begraben.
Kultur ist Kunst für Jedermann,
weil sie nur so gedeihen kann.
Es ist die reine Lust am Leben.
Kultur ist Freude, Weiterstreben.
Kultur gab es zu jeder Zeit,
da war's zur Kirche noch sehr weit.
Es wird Kultur auch dann noch geben,
wenn nirgends weiter Götter leben.
Kultur ist Fortschritt, Werk im Frieden,
Ein Hoffnungsschimmer schon hinieden.
Kultur ist Fröhlichsein und Singen,
Sie trägt uns hoch auf Adlerschwingen.
In Tälern gibt es auch Kultur.
Sie wirkt ja nur im Ganzem pur.
Es wird sie einst für alle geben.
Doch werden wir es nicht erleben.
Eifersucht
"Liebste, du kannst mir
ja doch vertrauen.
Ich bin heute noch
verliebt in dich.
Alles andre, Süße,
findet sich.
Schau in meine Augen,
in die blauen.
Liebste, lass die Leute
doch nur reden.
Sie sind furchtbar neidisch und gemein.
Lass dich nicht auf ihr
Gelaber ein,
denn sie reden böse
über jeden.
Liebste, lass dich nur
von mir betören.
ich bin gar nicht fähig
zum Betrug.
Ich hab doch an dir, mein
Schatz, genug.
das kann ich aus reinstem
Herzen schwören."
"Ach, wie gerne würde
ich ihm glauben;
die Gerüchte bringen
mich fast um.
Und so bleib ich weiter
lieber stumm.
Wird man mir den Liebsten
dennoch rauben?
Oder ist es wirklich nur
erfunden,
was man hinter meinem
Rücken sagt?
Hat man ihn aus Neid
nur angeklagt?
O, ich stöhne schon seit viele Stunden."
Eifersucht und Hass
Ich will von dir nicht lassen,
ich weiche nicht von dir.
Und müsstest du mich hassen,
denn du gehörst zu mir.
Du bleibst mein Heimatland.
Und müsste ich ihn töten
in meinen Seelennöten
mit meiner eignen Hand.
Denn willst Du mich nicht lieben,
warum dann Liebe ihm?
Der Kerl mit seinen Trieben
ist schon mit dir intim?
Doch lies, was ich empfind:
Darf ich nicht Liebe geben,
dann geht es ihm ans Leben.
Ich finde euch, mein Kind!
Ein geheimes Geheimnis
Ein Geheimnis noch spät,
mein lieber Prophet!
Keine strenge Diät
für den Hof, Majestät!
Von mir aus komplett,
mit fettem Kotlett.
Es sei der Prolet
in der Welt nie Asket!
Ein geheimes Billett
für ein Hühnerballett,
bis der Hahn dreimal kräht
und Verwirrung entsteht.
Ein geheimes Sonett
im Sextett unterm Bett,
weil sonst Panik entsteht,
Etikette verweht.
Ein geheimes Sekret
in das Plaide eingenäht,
ohne Weihrauchgebet,
als ein letztes Dekret.
Ein geheimes Duett
auf dem Spiegelparkett,
amourös und adrett,
und wie immer kokett!
Einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Es sagt der Filosof: "Fürwahr,
nun aber auf ins neue Jahr!
Wennn Sie es dennoch nicht erleben,
dann bleiben Sie im alten kleben.
Nur wem der grosse Rutsch gelang,
dem wird's im neuen Jahr nicht bang!
Die sich beim Rutsch die Hälse brechen,
die werden niemals wieder zechen."
Da sagt der Wagehals: "Pardon!
So bringt man Hasen zur Räson.
Hört auf die Leute zu erschrecken!
Man muss den Fährmann ja nicht wecken!
Ein Masstab für das Leben
Was ist im Leben gross, was klein?
Das will in meinen Kopf nicht rein.
Es müsste einen Maßstab geben.
Was ist der Maßstab für das Leben?
Zeigt mir wie man das Leben misst,
Ich glaube kaum, dass ihr es wisst.
Gefühle lassen sich nicht messen,
das wird nur ziemlich oft vergessen.
Obwohl es manchen Anhalt gibt,
denn Messgeräte sind beliebt.
Man kann wohl einen Herzschlag messen,
doch wie die Herzlichkeit stattdessen?
Einsam bin ich nicht
ganz verlassen aber nicht.
Grüß die Welt im Sonnenscheine
früh im hellen Morgenlicht.
Einsam wär' ich ohne Freude
in der Masse im Geschrei,
denn ich bin nicht Teil der Meute,
bin in Haufen nie dabei.
Wäre ich auch ganz verlassen,
gäb' es trotzdem die Natur.
Wie soll Hass mich dort erfassen,
blüht die Sommerwiese nur?
Wenn die Schmetterlinge tanzen
unterm blauen Himmelszelt,
werd' ich wieder Teil des Ganzen,
seh' mit Freundlichkeit die Welt.
Ohne Liebe kann ich leben.
Denn es gilt ja auch für mich:
Bei der Arbeit und beim Streben
finden alle Menschen sich.
Noch verlassen hinter Gittern
im Gefängnis unsrer Zeit,
kann ich doch den Frühling wittern,
halten Schwalben sich bereit.
Einsicht
Ich kann dich, Lele,gut verstehen.
So bleiben wir, wenn
wir auch gehen.
Es riss das Herz nicht,
nur ein Faden,
der Freundschaft
muss das ja nicht schaden.
Es musst' nicht gleich
'ne Bande sein,
bemühen
wir uns nie allein.
Die Freundschaft
soll am Ende bleiben,
das Leben lebt
man auch durch Reiben.
Der Faden lief sich
schließlich aus,
und ganz da hinten
flitzt die Maus.
Eisiger Traum
da tat es mir so weh.
Ich sah uns Schlitten fahren,
ich fuhr mit dir am See.
Wir eilten durch den Winter
bis in den Norden fort.
Zum Grabe deiner Mutter.
Ich sagte dort kein Wort.
Wir nahmen uns vom Friedhof
nur Tannnenzapfen mit.
Ich weiß noch, dass ich launig
bei Rückkehr mit dir stritt.
Du hattest gold'ne Flügel
und warst so wunderschön.
Und doch fand ich dein Lachen
ein wenig zu obszön.
Du warst nie rein gewesen,
ein Engel, doch nicht gut.
Du zerrtest mich am Kragen
und warst voll kalter Wut.
Du knalltest mit der Peitsche
und schriest so furchtbar laut.
Ich war für dich der Sklave.
Und Du für mich die Braut.
Du bist nun längst verstorben.
Ich lebe jetzt allein.
Du kommst nur noch in Träumen
bei Nacht zu mir herein.
Else im Wunderland
Als er im Freizeitwunderlandbei Schnaps und Bier beim Paukenfest
betrunken in dem Zelt verschwand,
wo eine Frau schrie: Test the Best!,
da war ihm keineswegs gleich klar,
dass er die Gattin Else fand,
die Männer küsst in einer Bar,
im Nebenjob im „Wunderland“.
Ende heisst, fangt endlich an
Gäb' es nie ein Ende mehr,
sagt, wo käm' der Anfang her?
Etwas muss zunächst mal enden,
wie Verstaubtes zwischen Wänden.
Etwas muss in dir erst sterben;
glücklich machen solche Scherben.
Frischen Mut und pralles Leben,
kann kein feiger Hund dir geben.
Lass sie lachen, lass sie weinen.
Immer gleichen sie den Steinen.
Doch der Kuckuck hoch in Bäumen,
ruft nach Dir nicht nur in Träumen.
Immer gibt es neues Leben,
wenn die Menschen nach ihm streben.
Endet etwas, fängt was an,
was man nicht gleich sehen kann.
Ende heisst ja nie nur Ende,
ist der Freiheit beste Wende.
Ende ist das Aufbruchszeichen,
so dass die Chimären weichen.
"Schluss jetzt", ruft die Barrikade,
auf zur Freiheit, sonst wär' s schade.
Ende heisst, fangt endlich an,
dass sich mal was ändern kann.
Endlich vergessen
Wie schnell sie uns vergessenim eitlen Glanz der Welt.
Die Eitlen sind besessen.
Kein Narr, der' s nicht so hält.
Wie schnell ziehn Schwätzer weiter
nach kurzem Aufenthalt
auf ihrer Himmelsleiter.
Vergessen ist man bald.
Und sind wir erst vergessen,
von diesem Pack befreit,
dann sagen wir bemessen:
Es wird auch endlich Zeit.
Endpunkte
Einmal endet jede Reise.Jeder Donner wird einst leise.
Selbst die Kakerlake stirbt.
Auch Suleika bei den Dieben.
Nichts was war, ist je geblieben.
Selbst der beste Mann verdirbt.
Erich Mühsam
Erich Mühsam war ein Dichter
mit dem Messer in der Hand,
schlitzte so am feisten Dasein,
war als Bürgerschreck bekannt.
Doch er schrieb auch sanfte Texte
und mitunter hochgelehrt.
Als ein Anarchist des Herzens
hat er manchen schnell bekehrt.
Mühsam war als Freund ein Meister,
wenn man sich die Schar besieht,
die obwohl so sehr verschieden,
alle diesen Mann geliebt.
Dass die Nazis ihn so quälten,
ist sehr einfach zu verstehn:
Bestien hassen jene Regung,
wenn sie einen Menschen sehn.
Ihre Witze sind sehr blutig;
einen Affen schlugen sie,
warfen ihn in Mühsams Zelle.
Der gehetzte Affe schrie.
Doch der Affe war kein Mörder,
spürte gleich, was da geschah,
schmiegte sich an den Verhassten,
der nicht zu zerbrechen war.
1. Mai 2006
(Campingplatz Pahna)
Der 1. Mai, es fehlen noch Kapellen,
der Diskolärm mit Rumtata-Musik.
Beim See am Ufer, wo die Hunde bellen,
spazieren Menschen plaudernd Stück für Stück.
Vom Wind getrieben, plätschern sanft die Wellen.
Nur Vögel ringen schnappend noch ums Glück.
Die Radler fahren forsch auf allen Wegen
und Sonnenstrahlen kommen sehr gelegen.
Der 1. Mai als Kampftag ist vergessen.
Samt allem Proletarierübermut.
Wer nicht Moral kennt, denkt dafür ans Fressen.
Den meisten aber geht es noch zu gut.
Es wird getrunken und gegessen,
doch in Gesprächen schwelt sie fort, die Wut.
Der 1. Mai ist Feiertag geblieben.
Ein freier Tag, den alle Leute lieben.
Er und du
Er wollte dir noch Vieles gebenin seiner Stadt am falschen Ort.
Du wolltest nicht mehr mit ihm reden,
du ranntest los und warst dann fort.
Du wolltest nicht mehr lügen müssen.
Du hattest fest auf ihn gezählt,
doch spürtest du an seinen Küssen,
sie wirkten meistens sehr gequält.
Er hatte dich nie ernst genommen,
du warst für ihn doch noch ein Kind.
Er war von deiner Haut benommen
von deinem Haar im Sommerwind.
Du warst für ihn ein Abenteuer,
die beste Freundin, die es gibt.
Er mochte dich ganz ungeheuer,
doch war er je in dich verliebt?
Bleib fort, du Schöne, werde reifer,
sei weiter stark und unbequem.
Die meisten Männner werden steifer,
nicht deine Schuld - nur ihr Problem.
Sie können sich nicht mehr befreien
aus ihrer Hochglanz-Egowelt.
Wieviel sie auch nach Liebe schreien,
sie bleiben Nieten trotz dem Geld.
Sie können nicht die Kurve kriegen,
sie haben ihre Chance verspielt.
Wenn Träume auf dem Rücken liegen,
dann wächst das Eis, das Seelen kühlt.
Es bleibt ein Kind zurück
die alle schon vergessen sind.
Auf ihren Wünschen ruht der Staub.
Es geht ums Kind noch, mit Verlaub.
Sonst haben sie sich nichts zu sagen.
Es bleibt ein Kind aus fernen Tagen.
Es brennt der Wald
(kleine Apokalypse)
Die Erde glüht.
Der Funke sprüht.
Es brennt der Wald
sich ins Gemüt.
Vulkanus speit,
jetzt wird es Zeit.
Die Welt verbrennt.
Es ist soweit.
Ein Feuerball
sind wir im All,
im freien Fall
schon überall.
Ein Irrer hetzt
noch bis zuletzt
Er droht und speit,
verbrennt im Streit.
Es brennt wie Stroh,
schon lichterloh.
Das war' s dann jetzt,
sagt man entsetzt.
Die Welt verroht,
es fehlt an Brot.
Der Tank ist leer.
Kein Nachschub mehr.
Es brennt der Wald,
dann wird es kalt.
Wir werden alt
und sterben bald.
Eskimoliebe
Ich küsse ihre Nasevoll Eskimoekstase.
Sie lächelt so entzückt.
Ich frag: „Darf ich dich lieben?
Im Iglu mit dir liegen?“
(Sie lächelst nur entrückt.)
Ich küsse ihre Lippen
beim Wälzen und beim Wippen.
Es wird so heiß in ihr.
Ich komme immer schneller,
da draussen wird es heller.
Sie küsst die Nase mir.
Es war einst ein Gedankengang
Es war einst ein Gedankengang,
der wanderte die Straße lang.
Dann wurde er schnell aufgehoben,
um ihn zu schönen ganz da oben.
Man zog ihm seine Zähne raus,
da sah er plötzlich lustig aus.
Dann wurde er noch krumm gebogen
und wirkte schließlich wohlerzogen.
Da staunte der Gedankengang,
es wurde ihm nun richtig bang.
Man schnitt ihm ab die Eselsohren,
und sandte beide an Juroren.
Dann legte man ihn in das Grab,
dass alles seine Ordnung hab'.
Man konnte in der Zeitung lesen,
ein Terrorakt sei's nicht gewesen.
Es waren einst zwei Träume
sie hatten viel gelacht.
Sie wollten donnernd leben
und wurden klein gemacht.
Krepieren müssen Träume,
wenn Brücken nicht mehr stehn,
die knickten in der Mitte.
So musste es geschehn.
Viel heiße Tränen flossen
aus dunklen Augen rein.
Die rollten in das Weltall.
Zwei Träume brachen ein.
Ewig Beleidigte
Es reizt die Galle fürchterlichso manchen tumben Wüterich,
wenn plötzlich Gegenworte beißen,
die Löcher in den Panzer reißen.
Die Augen fangen an zu rollen,
Von drinnen tönt ein leises Grollen.
In Funkelaugen geistert Wut.
Die Schimpftirade wird zur Flut.
Es jagen Messer durch die Luft.
Der Gegner wird zum Monsterschuft!
Und wenn Beleidigungen fliegen,
weil Leute sich am Kragen kriegen,
dann wird getreten und gebissen.
Die Ehre wird gleich mit zerissen.
Man klärt die Sache mit der Faust,
bis Blut verspritzt, dass einem graust.
Wenn man sich beim Gericht dann trifft,
verschleudert man noch mehr an Gift.
Warum soll man sich da besinnen?
wenn ganze Staaten derart spinnen.
Sie dürfen prügeln sich und fluchen,
das Übel bei den andern suchen.
Nur wer sich toleranter gibt,
macht sich bei allen unbeliebt.
Ewiger Frieden
darf man berechtigt "Friedhof" sagen.
Auf ewig finden wir den Frieden,
wenn wir erst Tote sind hinieden.
Die Toten sind's, die sich vertragen
und niemals über Feinde klagen.
Sie sind der Stille ganz ergeben,
so still wie nie in ihrem Leben.
Dass Tote zu Gespenstern werden,
ist nichts als eine Mär auf Erden.
Nur Tote können dauernd schweigen
und dabei auch noch Zähne zeigen.