Hans-Georg Kaiser

Schrille Zeit



Die Zeit ist grau, so wie in Blei gefasst.
Vergessne Hoffung wird sich selbst zur Last.
Wie soll man aber zu den Sternen greifen,
wenn nirgenwo noch kühne Träume reifen?

Die Zeit steht still, stagniert im Dauerfrust.
Die Führer kennen meistens nur die Lust,
sich ihrer Geldgier gänzlich hinzugeben.
Dennn nur wer Geld hat, darf noch weiterleben.

Die Uhr blieb stehn, die Zeit stirbt langsam weg.
Die Ideale zieht man durch den Dreck.
Die Unzufriednen schimpfen in den Klassen.
Es steigt die Flut, der Volkszorn jagt die Rassen.

Die Stiefeltritte hallen durch die Welt.
Es ist das Öl, das an die Sieger fällt.
Die Menschlichkeit hat keine Lobbyisten,
weil diese sich für Kriege ständig rüsten.

Die Zeit ist schrill, die Bombe tickt und tickt.
In allen Ländern tobt der Weltkonflikt.
Der Wahnsinn lässt sich überall belegen.
Die Erde ist verflucht, bringt keinen Segen.

Bleibt dieses Rad, das mörderische stehn?
Wird es dann ohne die Profitgier gehn?
Kannn  sich die Menschheit wirklich noch erholen?
So fragt man immer öfter unverhohlen.