Hans-Georg Kaiser
Sommerurlaub
Was wollen wir im Sommer machen?
Wo düsen wir denn diesmal hin,
bei Blende 8 und frohem Lachen?
Hat denn das alles einen Sinn?
Soll man sich einfach nur berauschen
und früh den Vögeln heimlich lauschen?
Ist's besser, wenn man viel spaziert,
weil man sich auf Balkonien ziert?
Wo kann der Mensch noch Ruhe finden?
Wo schnappt das Krokodil nicht zu?
Wie darf man sich vertraglich binden,
wie hat man vor den Neppern Ruh?
Wo kann man unentgeltlich tauschen?
Wo gibt es Bäche, die noch rauschen?
Wo wird die Freiheit noch getankt,
wo fährt man weiter unbeschrankt?
Ein jeder muss es selbst entscheiden,
es mische sich da niemand ein.
Denn was die einen stöhnend meiden,
das kann für andre göttlich sein.
Doch wenn die Teuros einem fehlen,
dann muss man etwas andres wählen.
Man reiche trotzdem Urlaub ein,
man soll stets urlaubshungrig sein.
Muss man auf Arbeit reichlich schwitzen
und viel im Einerlei nur leben,
dann bleibt man bald in Unlust sitzen
und schließlich am Sarkasmus kleben.
Wie kann man solches doch vermeiden?
Wie lernt man Lust und Spaß denn leiden?
Man lernt es, wenn man sich vergnügt,
wobei ein Berg, ein Strand genügt.
