Hans-Georg Kaiser
Vollendete Stille
Mit einem Schlag trat Stille ein.
Auf einmal warst Du plötzlich fort.
Es kam nicht mal zum Abschiedswort.
Und ich bin plötzlich so allein.
Es ist so lautlos hier im Haus.
Ich habe Stille nie gefühlt.
Du hast noch nachts Klavier gespielt.
Das Radio ist nun ständig aus.
Ich ruf nach dir in meiner Not.
Und höre noch dein Lieblingslied,
das mir durch meine Träume zieht.
Doch du, mein Schatz, du bist schon tot.
Ich denke über Stille nach.
Es zieht mich selbst zur Stille hin.
Ich fühle kaum wie starr ich bin.
In Eiseskälte lieg ich brach.
So drängt der Tod sich in mich ein.
Er zwängt sich auf wie ein Gebot.
Die reinste Stille ist der Tod.
Die Friedhofsruhe unterm Stein.